| Elferrat der BNZ
Der ehemals Närrische Rat der Stadt Freiburg im Breisgau und heutige
Elferrat feierte im Jahr 2002sein 120-jähriges Jubiläum.
Die Zahl 11 hatte immer eine wichtige Bedeutung in der jährlichen
Fasnet. So wird u.a. der feierliche Beginn der Fasnet jährlich am
11.11. um 11.11 Uhr begangen. Dieser 11. November, dem Fest des Heiligen
Martin („Martini“) hatte in vielen Jahrhunderten eine besondere
Bedeutung in Bezug auf die Ernte und war damit immer ein festlicher Tag.
Nach dem Volkskundler Prof. Dr. Werner Mezger war der Bedeutungsgehalt
der Elfzahl in der mittelalterlichen Ausdeutung der religiösen Texte
vor allem dadurch bestimmt, daß sie von unten her die Zehnzahl der
göttlichen Gebote um eins überschreitet und nach oben hin die
Zwölfzahl der Apostel nicht erreicht. Dies machte sie zum Inbegriff
der Unzulänglichkeit und Verkehrtheit der Welt und damit zur Narrenzahl
schlechthin.
Bereits im Jahre 1882 – so schreibt es der Chronist – hat
„die Harmonie-Gesellschaft“ zur „costümierten Unterhaltung“
eingeladen. Damals zeichnete sich eine sogenannte „Vergnügungs-Commission“
als verantwortlich. Diese „Vergnügungs-Commission“ muß
als Vorläufer des Elferrats betrachtet werden.
Bereits im Jahre 1882 wurde in Freiburg ein großer „Faschings-Umzug“
und viele andere Veranstaltungen durchgeführt.
In den folgenden Jahren trat dann erstmalig ein „Narrenrath“
auf, der Narrenumzüge und Bälle und andere Veranstaltungen organisierte.
Diese Aufgaben wurden von dem 1888 gegründeten Carnevalsverein Freiburg
in der Folgezeit übernommen. Dieser veranstaltete im Jahre 1889 einen
großen Ball, den er Bürgerball nannte.
In dieser Zeit wurde erstmalig auch vom „Lustigen Rath der Elfe“
berichtet. Auch in den Folgejahren wurde die feierliche Eröffnung
des Balles durch den Einzug des Elferrates durchgeführt. Erst lange
nach Beendigung des Ersten Weltkrieges wurden ab dem Jahre 1921 wieder
kleine närrische Veranstaltungen geboten.
Am 11.11.1927 wurde die Große Karnevalsgesellschaft gegründet.
Diese begann in den folgenden Jahren wieder mit der Durchführung
von Umzügen, Kappenabenden und schließlich auch wieder von
großen Bällen.
Bereits 1932 gab es vom damaligen Verkehrsdirektor Franz Dufner eine
Initiative, bei der Freiburger Fasnet das alemannische Brauchtum einzuführen.
Während bisher sich die Karnevalsgesellschaft nahezu ausschließlich
auf das gehobene Bürgertum der Stadt gestützt hat, sollte nun
die gesamte Bevölkerung angesprochen werden. Bereits am 17. Januar
und am 08. Juli 1933 fanden wieder „Närrische Veranstaltungen“
statt. Am 28. Januar 1934 wurde ein neuer
Elferrat gebildet. Am 13. April 1934 erfolgte dann die Gründung der
Breisgauer Narrenzunft. Die Vereinigung der Freiburger Großen Karnevalsgesellschaft
mit dem alten Freiburger Karnevals-Verein wurde vollzogen. Im Jahre 1934
begann auch der Aufbau der Freiburger Fasnet durch die Gründung von
Narrennestern in den einzelnen Stadtteilen. Im neuen Elferrat der B.N.Z
waren u.a. Harry Schäfer, Franz Dufner, Willy Jäger, Adolf Poppen
und Paul Danz.
Alle künftigen Fasnetveranstaltungen wurden bis zum Jahre 1939 vom
Elferrat der B.N.Z. ausgerichtet und in enger Zusammenarbeit mit den Narrennestern
durchgeführt.
Auf Initiative von Willy Jäger wurden nach dem Zweiten Weltkrieg
im Jahre 1947 wieder die ersten Fasnet-Veranstaltungen in geschlossenen
Räumen durchgeführt. 1949 fand der erste Umzug wieder statt.
Auch der Elferrat, der sich inzwischen wieder neu gebildet hatte, fuhr
auf einem eigenen Wagen.
Viele Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, der Verwaltung und der
Politik haben das Gesicht des Elferrats geprägt. Bis in die 80er-Jahre
war der Elferrat identisch mit der Geschäftsführung der B.N.Z.
Aufgrund der großen Belastung des geschäftsführenden Zunftrates
der B.N.Z. bei der Planung und Durchführung der Freiburger Fasnet
wurde eine Trennung zwischen dem Amt als Mitglied des geschäftsführenden
Zunftrates und der gleichzeitigen Repräsentation im Elferrat erforderlich.
Der Elferrat ist daher nach der neuen Satzung der B.N.Z. ein reines Repräsentationsorgan.
Seine Hauptaufgabe ist die Repräsentation der B.N.Z. bei der Eröffnung
der Fasnet, der Protektoratsübergabe, der Kappensitzung, der Ratssuppe
und beim Besuch der Narrennester und anderer Veranstaltungen. Der Elferratswagen
ist zwischenzeitlich zum festen Bestandteil der Freiburger Straßenfasnet
vor dem Regierungspräsidium geworden. Beim Fasnetmendig-Umzug werden ca.
400 – 500 kg Bonbons vom Elferratswagen an die Zuschauerinnen und
Zuschauer verteilt. Heiß begehrt sind auch die Stofftierchen, die
vom Elferratswagen in die Menge geworfen werden.
Der Elferrat ist auch weit über die Grenzen Freiburgs hinaus tätig
geworden. Insbesondere beim Karneval in Besancon ist der Elferrat schon
seit Jahren ein gern gesehener Gast. Aber auch wenn die Gäste aus
Besancon zur Fasnet nach Freiburg kommen, werden sie vom Elferrat betreut
und bewirtet.
Auch der Elferrat hat sich in seinem Erscheinungsbild dem Zeitgeist angepaßt.
Vom Hermelinmantel, rotem Mantel, blauen Anzug, weißen „Dinner-Jackett“
tritt der Elferrat nun mit roten Jacken auf. Geprägt wurde er insbesondere
von den jeweils amtierenden Oberzunftmeistern Willy Jäger, Heinz
Großholz, Werner Nageleisen und Roland Schneble. Von 1978 bis 1989
war Günter Schrempp Obmann des Elferrates. Nachdem der Elferrat eine
neue Geschäftsordnung erhalten hatte, wurde Günter Schrempp
1989 zum Präsidenten gewählt und begleitete dieses Amt bis 1999.
Danach beschloß der Elferrat, das Amt des Präsidenten nicht
mehr zu besetzen.
Von 1988 bis 1999 begleitete Karl-Hans Thoma das Amt des Geschäftsführers
und von 1999 bis 2004 Albrecht Ganter. Im Jahre 2004 wurde Jürgen
Schmidt zum Präsidenten gewählt und begleitete dieses Amt bis
zum Jahr 2006. Zu seinem Nachfolger wurde Achim Wiehle gewählt.
Auch wenn heute viele Zünfte immer mehr auf das Brauchtum abstellen,
kann und will der Elferrat nicht seine karnevalistische Herkunft verleugnen.
Der Elferrat der B.N.Z. setzt sich derzeit wie folgt zusammen:
Aktive Elferräte:
Roland Albrecht, Harald Fuchs, Wolfgang Haas, Wolfgang Hirth, Siegmar
P. Jurtzig, Manfred C. Noppel, Ingmar Roth, Hansjörg Sandler, Jürgen
Schieler, Alfons Schätzle, Dr. Matthias Schmelas, Jürgen Schmidt,
Achim Wiehle.
Ehrenelferräte:
Emil Böcherer, Albrecht Ganter, Helmut Manz, Roland B. Schneble,
Harald Schüber, Günter Schrempp, Dieter Straßburg, Jean Ulm.
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